Zum Einen rät Andrew Ferrone von der  ASTA (Administration des services techniques de l’ agriculture), sich an die bereits bestehenden Auswirkungen des Klimawandels anzupassen, die wir schon jetzt erleben. So prognostiziert die AGE (Administration pour la gestion d’eau) eine anhaltende Trockenheit für die Sommer bis 2050, dagegen jedoch eine moderate Erhöhung der Regenmengen in den Wintermonaten. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit für Überschwemmungen und Extremwetterereignisse in Mersch in der Zukunft. Dafür sollte der Bau von Regenwasserspeichern bei privaten Neubauvorhaben massiv vorangetrieben werden, um die Erosion der Böden zu begrenzen und das Wasser für Trockenperioden zu speichern. Die Gemeinde kann dafür bei privaten Neubauten die Installation von Regenwasserspeichern proaktiv propagieren. Wenn uns das gelingt, könnten dadurch Überschwemmungsschäden, wie sie im Februar dieses Jahres in den Kellern der Rue de Grande Duchesse Charlotte geschahen, abgemildert oder sogar verhindert werden.

Zum Anderen antwortet die Umweltministerin auf eine parlamentarische Anfrage, wie gegen den Klimawandel angesteuert werden kann, mit folgenden Maßnahmen, die auch in den Ortschaften der Gemeinde Mersch umgesetzt werden können. Ganz im Mittelpunkt steht das Begrünen öffentlicher Plätze mit Bäumen, die Schatten und Kühlung spenden, die Installation naturnaher Wasserflächen, die zum Beispiel Regenwasser aufnehmen und die Entsiegelung unnötig versiegelter Bodenflächen, auf denen Regenwasser versickern kann und nicht die Kanalisation belastet. Das sollte besonders bei den großen Infrastrukturprojekten im Zentrum Merschs (Faber-Sales&Lentz-Fußballsterrain, Rive d’Alzette) berücksichtigt werden.

Es ist begrüßenswert, dass die Gemeinde zum Beispiel bei der Neugestaltung der Rue Grand Duchesse Charlotte das Anpflanzen von Bäumen eingeplant hat, die an heißen Tagen für Abkühlung und Schatten sorgen. Wir sollten auch auf anderen öffentlichen Plätzen prüfen, wo mehr Bäume gepflanzt werden können, die das lokale Klima verbessern.

Flotte Privatinitiative in Mersch

Für die Sportanlagen, die auf dem Mierscherbierg geplant sind, sollten sich die Verantwortlichen schon jetzt genau Gedanken über ein umweltfreundliches Bewässerungskonzept machen. Man kann dem Bürger kaum vermitteln, dass Fußballplätze in Zeiten eines sommerlichen „Code orange“ großflächig mit kostbarem Trinkwasser bewässert werden. Zumindest ein Tröpfchenbewässerungs- Konzept könnte dieses Problem eingrenzen.

Eine weitere Maßnahme wäre die Begrünung von Dächern, was neben der CO2- Absorption auch Isolierung der Gebäude bietet, und da wäre die Gemeng Miersch prädestiniert, die der Umweltkommission im vergangenen Jahr mitteilen mußte, dass zahlreiche, im Besitz der Gemeinde befindlichen Dächer für Photovoltaik ungeeignet wären, weil es sich u.a. um Flachdächer handelt. Genau diese Flachdächer könnten gezielt begrünt werden.

Alexander Jolivet

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