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Der Anblick des Landes in der zweiten Märzhälfte 2020 war gespenstisch: von heute auf morgen wurde das gesamte gesellschaftliche Leben herunter gefahren. Die Menschen zogen sich in die eigenen vier Wände zurück und unterbanden so gut wie jeden vermeidbaren sozialen Kontakt. Neben homeschooling und homeoffice wurden alle entbehrlichen sozialen Tätigkeiten entkörperlicht und virtualisiert.

Schnell stellten wir fest, dass dies eine Weile gut geht, aber auf längere Dauer dem Körper und der Seele schadet, also mußten Ausgleichsmöglichkeiten gefunden werden und wie schon so oft in der menschlichen Geschichte fand man sie: draußen, in der freien Natur. Mit dem Einsetzen des milden Frühlingswetters trieb es die Menschen hinaus in die Landschaft, zunächst verhalten, später umso aktiver. Bald gab es in Mersch keinen Spazierweg mehr, den man allein, verträumt entlangwandeln konnte, ohne auf gleichgesinnte Mitmenschen zu treffen. Der PC15 glich an sonnigen Tagen streckenweise einem Prozessionszug, durch den die allgegenwärtigen Fahrradfahrer hindurchglitten.

Fahrradbegeisterung

Auch das Fahrrad erlebte einen beeindruckenden Aufschwung als Freizeitgerät und Fortbewegungsmittel in einer ohnehin fahrradbegeisterten Nation. Nun nutzten auch Luxemburger, die sonst eher selten auf den Drahtesel steigen, das Fahrrad für eine Tour durch sonnige Landschaften bei mildem Wetter. Die automatischen Messungen auf der PC15 durch das Alzettetal belegen den bemerkenswerten Aufwärtstrend der Popularität, die der Fahrradsport in Zeiten des Confinements erfuhr.

Besonders erfreulich war der Anblick der zahllosen Eltern mit Kindern, die gemeinsam die Fahrradwege des Landes für sich entdeckten. Der damit einhergehende pädagogische Effekt für die Kinder lässt auch für die fernere Zukunft einen ungebrochenen Trend zu sanften Mobilität erhoffen. Angesichts dieser positiven Entwicklung ist es erfreulich, dass sich die Mehrheit der Alzettetal- Gemeinden dazu entschlossen hat, mit dem Umbau der N7 dem Fahrradverkehr mehr Raum einzuräumen und so dem allgemeinen Trend zur sanften Mobilität Rechnung zu tragen. Wir freuen uns diesbezüglich auf erste sichtbare Ergebnisse in naher Zukunft.

Vëlosummer 2020

Um diesen steigenden Trend – weg vom Autositz, in den Fahrradsattel – noch weiter zu unterstützen und auch die Besucher des Großherzogtums zu motivieren, ihr Gastland auf dem Fahrrad zu entdecken, lancierten das Verkehrsministerium und die Tourismusverwaltung des Wirtschaftsministeriums den „Vëlosummer 2020“, eine Aktion im August des Jahres, während der mehrere Straßenabschnitte im ganzen Land für den motorisierten Verkehr komplett oder zeitweise gesperrt und den Fahrradfahrern zur Verfügung gestellt wurden.

Man kann die Aktion, die sich auch über Wege im Alzettetal erstreckte, getrost als Erfolg bezeichnen: trotz relativ kurzfristiger Ankündigung wurden auf den betroffenen Straßen im Rahmen des Vëlosummer 62.720 Radfahrer gezählt. Unter der Annahme, das einzelne Fahrradfahrer mehrere Strecken fuhren und so mehrmals in diese Zählung einfließen, kann man unterm Strich von ca. 40.000 Teilnehmern am Vëlosummer 2020 ausgehen – eine beachtliche Zahl, die auf den kommenden “Vëlosummer 2021” hoffen lässt.

Für die umliegenden Bewohner, die von der Sperrung indirekt betroffen waren, weil sich beispielsweise Verkehr auf ihre Straßen verlagerte, hielten sich die Beeinträchtigungen  im Rahmen. So wuchs der Verkehr auf der parallel zur gesperrten CR 101 (Mamer – Kopstal) verlaufenden CR102 in Keispelt ( bzw. in Kehlen) von Juli 2020 zu August 2020 lediglich um 6% (4%).

Unabhängig vom Vëlosummer 2020 wuchs das Verkehrsaufkommen in den beiden Ortschaften gegenüber dem Vorjahres- August 2019 jedoch um 37% (33%), was ein allgemein hohes Verkehrswachstum im Großherzogtum bestätigt, den Einfluß des Vëlosummers auf die Verkehrsbelastung in den Ortschaften  jedoch als gering einstuft. Wir können und wollen nach einem derartigen Erfolg der Aktion „Vëlosummer 2020“ an alle Uelzechtdall- Gemengen appellieren, sich 2021 daran zu beteiligen und Einwohnern wie Gästen die Fahrradfreundlichkeit Ihrer Gemeinde zu präsentieren. Auch wenn die Bewerbungsfrist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels abgelaufen ist, sind wir sicher, dass die Tourismusverwaltung Schnellentschlossene auch jetzt noch in den Vëlosummer 2021 integrieren kann.

Tour du Duerf

Den Erfolg der Fahrradmobilität in Luxemburg belegt auch die „Tour du Duerf“, welche alljährlich anläßlich der Mobilitätswoche im September stattfindet. Sie soll Fahrradfahrer dazu animieren, das Fahrrad vor allem als Verkehrsmittel für den Alltags- Nahverkehr (wieder-) zu entdecken. Von 2019 auf 2020 stieg die Zahl der teilnehmenden Velopedisten von 1179 auf 1449 Radelnde – eine Steigerung der Teilnehmerzahl an der „Tour du Duerf“ um 23%.

Neuer Fahrradweg vom Alzette- ins Mamertal

Einen neuen Impuls für die Attraktivität des Fahrrads als umweltfreundlichem und gesundem Fortbewegungsmittel versprechen wir uns von der langersehnten Eröffnung des Fahrradwegs zwischen Mersch und Schönfels bis zum Ende dieses Jahres. Damit werden die landschaftlichen Schätze des Mamertals und pittoreske Sehenswürdigkeiten wie der Schloßdonjon von Schönfels der Vielzahl an Fahrradtouristen im Großherzogtum leicht zugänglich gemacht.

2020 war ein Jahr äußerst widriger Umstände für das Leben jedes Einzelnen und das gesellschaftliche Leben. Jeder Bürger hat versucht, das zugelassene Minimum an sozialen Kontakten und die verbleibenden Räume zur Erhaltung der eigenen körperlichen und geistigen Gesundheit zu nutzen. Dabei entdeckte die Fahrradnation Luxemburg das Nationalsportgerät auf eine besondere Art und Weise neu für sich – als Genußradsport. Wir können unserem Land und uns nur wünschen, dass sich dieser positive Trend in die kommenden Jahre fortsetzt und das Fahrrad einen noch festeren Platz in unserer Alltagsmobilität erhält.

Wir fordern explizit unsere Gemeinden im Alzettetal auf, durch Teilnahme an den bestehenden Aktionen und weitere Initiativen die Fahrradbegeisterung aller Bürger und Besucher gezielt zu fördern, zum Beispiel durch Markierung sicherer Fahrradwege für Schulkinder.

In diesem Kontext begrüßen déi gréng auch die Sperrung der Straße (CR 123) zwischen Hunsdorf und Prettingen, über die dann der Fahrradverkehr der Piste cyclable 15 wegen der Bauarbeiten an der Schranke in Lorentzweiler umgeleitet wird.

Elisabeth Mossong & Alexander Jolivet, Mersch

français

Le vélo à Luxembourg à l‘année d’pandemie 2020

La vue du pays dans la seconde moitié de mars 2020 était sinistre : du jour au lendemain, toute la vie sociale a été interrompue. L’école à domicile était à l’ordre du jour, le bureau à domicile continue pour beaucoup à ce jour.

Pour échapper aux quatre murs sans mettre en danger leur propre santé et celle de leurs semblables, les gens ont dérivé vers la nature. La marche et le vélo ont connu un véritable essor.

L’enthousiasme du cyclisme

Les mesures automatiques effectuées sur le PC15 à travers la vallée de l’Alzette prouvent la remarquable tendance à la hausse que le cyclisme a connue en période de confinement mais aussi au-delà jusqu’au début de l’automne.

Données de mesure du comptage automatisé des vélos de 2019-2020 dans la vallée de l’Alzette à la station de surveillance de Helmdange.

Afin d’ancrer durablement cette tendance :

  • déi gréng attendent avec impatience la reconstruction de la N7 dans la plupart des municipalités de la vallée de l’Alzette, qui donnera plus d’espace aux vélos
  • soutiennent l’initiative „Vëlosummer 2020“ du ministère des transports et du tourisme et espèrent qu’elle sera encore plus fructueuse en 2021.
  • soutenir le „Tour du Duerf“, de plus en plus populaire.
  • se félicitent de l’ouverture de la nouvelle piste cyclable entre Mersch et Schoenfels
  • invitent les municipalités à prendre de nouvelles initiatives pour rendre le vélo encore plus attrayant pour toutes les catégories de la population, par exemple en désignant des pistes cyclables sûres pour les écoliers
  • déi gréng approuve la fermeture de la route entre Hunsdorf et Prettingen (CR123) pendant les travaux de construction à la barrière de Lorentzweiler, route, qui servira de déviation aux cyclistes du PC15.

Elisabeth Mossong & Alexander Jolivet, Mersch

english

The bicycle in Luxembourg in the pandemic year 2020

The sight of the country in the second half of March 2020 was grim: overnight, all social life was shut down. Homeschooling was the order of the day and home office continues for many to this day.

In order to escape ones four walls without endangering ones own health and that of fellow human beings, a lot of people were driven out into the great outdoors. Walking and cycling experienceswere a real boom.

Cycling enthusiasm

The automatic measurements on the PC15 through the Alzette Valley prove the remarkable upward trend that cycling experienced in times of the confinement but also beyond until the beginning of autumn.

Measurement data of the automatic bicycle count in the Alzette Valley 2019-2020 at the Helmdange measuring station

To anchor this trend sustainably:

  • déi gréng look forward to the reconstruction of the N7 in most municipalities of the Alzette Valley, which will give more space to bycicles.
  • support the ‚Vëlosummer 2020‘ initiative of the Ministry of Transport and the Tourism Administration and wish it an even greater success in 2021.
  • support the increasingly popular “Tour du Duerf”.
  • welcome the opening of the new cycle path between Mersch and Schoenfels
  • call on the municipalities to take further initiatives to make cycling even more attractive for everyone, e.g. by designating safe cycle paths for schoolchildren.
  • déi gréng welcome the closure of the road (CR 123) between Hunsdorf and Prettingen due to the construction work on the barrier in Lorentzweiler and via which the cycle traffic of runway 15 will be diviated.
  • déi gréng look forward to the reconstruction of the N7 in most municipalities of the Alzette Valley, which will give more space to bycicles.
  • support the ‚Vëlosummer 2020‘ initiative of the Ministry of Transport and the Tourism Administration and wish it an even greater success in 2021.
  • support the increasingly popular “Tour du Duerf”.
  • welcome the opening of the new cycle path between Mersch and Schoenfels
  • call on the municipalities to take further initiatives to make cycling even more attractive for everyone, e.g. by designating safe cycle paths for schoolchildren.
  • déi gréng welcome the closure of the road (CR 123) between Hunsdorf and Prettingen due to the construction work on the barrier in Lorentzweiler and via which the cycle traffic of runway 15 will be diviated.Elisabeth Mossong & Alexander Jolivet, Mersch
  • déi gréng look forward to the reconstruction of the N7 in most municipalities of the Alzette Valley, which will give more space to bycicles.
  • support the ‚Vëlosummer 2020‘ initiative of the Ministry of Transport and the Tourism Administration and wish it an even greater success in 2021.
  • support the increasingly popular “Tour du Duerf”.
  • welcome the opening of the new cycle path between Mersch and Schoenfels
  • call on the municipalities to take further initiatives to make cycling even more attractive for everyone, e.g. by designating safe cycle paths for schoolchildren.
  • déi gréng welcome the closure of the road (CR 123) between Hunsdorf and Prettingen due to the construction work on the barrier in Lorentzweiler and via which the cycle traffic of runway 15 will be diviated.

Elisabeth Mossong & Alexander Jolivet, Mersch

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